James Last

Er gilt – neben Bert Kaempfert – als der Begründer des Easy Listenings. Oder mit anderen Worten: einfach wunderschöner Melodien!

Die Geschichte zum James-Last-Fan ist schnell erzählt: Da Millionen von James-Last-Platten im Umlauf sind, standen natürlich auch im elterlichen Keller einige Schätzchen (z.B. Non Stop Dancing 9) und wurden irgendwann entdeckt. Die wunderbaren und eingängigen Melodien des größten Arrangeurs aller Zeiten und seines Orchesters wurden immer wieder gerne gehört. Irgendwann entwickelte sich dann eine richtige Sammelleidenschaft, die mittlerweile zu über 150 Platten und CDs geführt hat (wobei dies im Vergleich zu „wirklichen“ Sammlern noch gar nichts ist).

Seit 2002 haben wir es dann auch geschafft, regelmäßig Konzerte zu besuchen. Dies führte als Höhepunkt dann auch zu persönlichen Begegnungen mit James Last und seinen Musikern. Happy Music!

 

Die James Last Story

James Last

Für ihn muss Musik „auf jeden Fall knallen“. Und wenn die Lust ihn überkommt, dann geht er auch schon mal „auf musikalische Trips“, denn Leidenschaft kennt keine Halbwertzeit. Das Vokabular könnte einen jungen Hüpfer verraten, der wahrscheinlich einen bizarren Phantasienamen und Schrillbuntes trägt. Doch der Redner heißt schlicht Hans, Nachname: Last.

Seit dem gebürtigen Bremer 1964 von einem Freund der Künstlername James Last geschenkt wurde, hat er, genaue Zahlen kennt auch er selbst nicht mehr, so um die 150 Alben produziert. Diese haben James Last zum erfolgreichsten Bandleader Deutschlands und darüber hinaus zum größten musikalischen Exportschlager seines Heimatlandes gemacht hat. Das kann kein Zufall sein.

Ist es auch nicht, eher schon die Verknüpfung glücklicher Umstände mit einer brillanten Idee. Beides zu beschreiben fällt kaum jemandem schwerer als James Last selbst. Er tastet sich an das Phänomen seines Erfolges mühsam und auch etwas unwillig heran, „Ein richtiges Konzept hatte ich damals eigentlich gar nicht.“ Er habe halt einst, am eigenen zehnten Hochzeitstag, mit ein paar befreundeten Musikern die Pop-Hits dieser Zeit zum instrumentalen Medley gemischt „und damit zur Überraschung aller zuerst einen Plattenvertrag und dann sogar noch Erfolg gehabt.“ Heute wissen wir es noch ein bisschen genauer: Last war wohl von einem Geistesblitz getroffen worden. Die heute so überaus erfolgreichen Hit-Kompilationen gab es in den 60er Jahren noch nicht, und vor den ungewohnten Klängen der jungen Popstars beschlich so manche Hörer noch leise Furcht. Erst nachdem Last sich der fremden, aber schönen Melodien angenommen hatte, tanzte auch die Generation der damals Dreißigjährigen zu den Beatles.

Ein Spaß ohne Ende und bis heute. Nur tanzen inzwischen mindestens vier Generationen mit, und ihr Entertainer ist der gleiche geblieben. Wenngleich der „Happy Party Sound“ jenes Mannes, der vor über 50 Jahren mit dem „Last/Becker-Ensemble“ seine erste Band gründete und 1950 zum besten Bassisten im deutschen Jazz-Pool gekürt wurde, dreieinhalb Jahrzehnte nach seiner Geburt auf eine oft glamouröse, zuweilen aber auch wechselvolle Geschichte zurückblickt. „Als in den 70er Jahren die Sampler mit den Hits der Originale in Mode kamen, gingen unsere Verkaufszahlen natürlich zurück. Ein ganz normaler Vorgang, denn ich weiß und sage auch, dass sich ein Original grundsätzlich nicht verbessern lässt. Es gibt nur halt Leute, denen unser Sound etwas besser gefällt.“ Und das galt schon schnell nicht mehr nur in Deutschland. Die Briten etwa lieben ihren James Last bis heute inständig. Sie verkauften vor wenigen Jahren die ehrwürdige Royal Albert Hall fast 30 Mal aus, um ihren Darling from Germany zu erleben und verwiesen so den bisherigen Rekordhalter Eric Clapton auf die Plätze.

Vor wenigen Jahren plötzlich gewann der Name James Last auch hierzulande erneut an Klang, als die Jugend auf der Easy-Listening-Welle ritt und dabei Lasts Werke zunächst wiederentdeckte und alsbald zu Klassikern des Genres erklärte. Ein Genre, mit dem der Künstler „nicht allzu viel anzufangen weiß. Wann und wo immer ich Leute aus der Szene bat, mir doch einmal so einen Club zu zeigen, wo man nach dem sogenannten Easy Listening in Scharen tanzt, wurde ich enttäuscht.“ Mindestens eine schöne Seite indes kann James Last dem vermeintlichen Trend, „der wohl entstanden ist, weil wieder jeder von jedem abgeschrieben hat“, doch abgewinnen: „Die Journalisten kommen heute vorbereitet und mit ehrlichem Interesse zum Interview mit mir, was früher eigentlich nie der Fall war.“

Dabei hätte sich die Mühe, dem von Freunden und Fans liebevoll „Hansi“ Gerufenen auch damals schon ohne Vorurteile zu begegnen, durchaus gelohnt. Wen der Produzent von Millionenhits in Serie allein nicht interessierte, dem bot James Last doch andere Themen in Hülle und Fülle. Worüber reden? Nun, vielleicht über sein Neuarrangement von Brechts „Dreigroschenoper“, mit der Last 1969 „Lotte Lenya verärgerte, weil wir bei der Produktion einen elektrischen Bass benutzten, ohne sie gefragt zu haben.“ Oder über einen der ersten Auftritte eines westlichen Pop-Künstlers in der damaligen UdSSR, „wo man uns zuerst den Song ‚Let the Sunshine in‘ verbot und beim letzten Konzert in Moskau sogar den Strom abstellte. Bloß weil wir ‚Power to the People‘ spielten, und man doch eigentlich glaubte, eine harmlose Volksmusik-Combo eingeladen zu haben.“

Ebenso gerne spricht James Last übrigens sogar über die Verantwortung jenen Kollegen gegenüber, deren Songs er covert und die ihn dafür vielleicht mögen, eventuell aber auch fürchten könnten. „Selbstverständlich ist mir der Vorwurf gemacht worden, die Originale zu verwässern. Aber solange ich bei meinen Konzerten Leute wie Paul McCartney oder den Jazzpianisten Oscar Peterson in der ersten Reihe entdecke, muss ich mir wohl kaum ernsthafte Sorgen machen.“

Nur einen Star mit den dazugehörigen Allüren wird man im Gespräch mit James Last nicht zum Gegenüber haben. Was er zu sagen hat, ist nicht stundenlang vor dem Spiegel eingeübt, und seine Rolle als Chef der weltweit erfolgreichsten Bigband stellt er lieber unter den Scheffel als ins helle Licht. „Ich bin ja in Wahrheit überhaupt kein Chef “, sagt er zögernd. „Nun gut, ich organisiere, und ich halte ein paar Entscheidungen in meiner Hand. Aber ich weiß doch bis heute nicht so genau, was ich da auf der Bühne eigentlich mache.“ Als er einmal in der Harald Schmidt Show neben sein dort allabendlich agierendes Double gestellt wurde, „da konnte ich dessen angeblich doch so typischen James-Last-Bewegungen nicht einmal nachmachen. Dafür aber habe ich mich als Objekt der Persiflage echt wohl gefühlt. Ich finde so etwas außerordentlich lustig!“

Tabus hat James Last nie akzeptiert, nicht als Mensch und schon gar nicht als Musiker. Er führt Klassik und Pop, Filmmusiken und Jazz im Programm, und für sein Album, „Happy Birthday“, lud sich der seit langem in Florida logierende Künstler Kollegen wie den Panflötisten Edward Simoni, den Pianisten Richard Clayderman, die holländische Operndiva Majon Lambriks und die deutschen Rapper Fettes Brot ins Studio. Fettes Brot seien ihm, der „immer von den aktuellen Trends und Sounds fasziniert war“, besonders liebe Gäste gewesen. „Ich hab' die Typen kennengelernt, sie haben mich im Februar in Florida besucht. Das sind einfach nette Jungs und wundervolle Musiker.“ Warum also sollte man nicht zusammen einen Song aufnehmen! „Ich habe doch schließlich auch damals schon mit Bands wie ABBA gearbeitet!“ Schade findet James Last nur, dass solche Allianzen in Deutschland noch immer schwierig sind. „Ich habe schon immer dafür plädiert, mal 'ne Show mit allen Stars aus Deutschland zu machen. Aber leider haben viele Angst um ihr Image.“

Um das eigene macht sich Hansi, pardon, James Last überhaupt keine Sorgen. Wenn ihm Blätter wie die FAZ attestieren, niemand außer ihm finde zwischen „La Bamba“ und Schostakowitsch so kurze Wege wie er, nun gut. Und wenn ihn noch immer einige zum Muzak-König stempeln wollen - auch egal. Über Schubladen kann er nur herzhaft lachen, und das hat ziemlich wenig mit den über 200 Goldenen und fast zwei Dutzend Platin-Schallplatten zu tun, die James Last inzwischen gesammelt hat. „Der einzig wichtige Maßstab meines Erfolges ist mir mein Publikum“, sagt er. „Wenn man als älterer Herr noch rumreisen und seine Fans so anmachen kann, dass alle mitgehen, dann ist das ein toller Lohn.“ Genau den hat James Last wieder empfangen, als am 16. April 1999 in der Royal Albert Hall Tausende den Millionenhit „Biscaya“ beklatschten und mit dem Sohn eines Bremer Gasablesers in seinen 70. Geburtstag hineinfeierten. 2002 gaben er und sein Orchester dann – neben Deutschland und Europa – erstmals auch umjubelte Konzerte in China.

Textquelle: in Anlehnung an eine frühere Veröffentlichung von Polydor.

 

 

Links zu Fanseiten

Wer noch mehr von James Last sehen will, dem empfehle ich die offizielle James Last Webseite

www.jameslast.com

 

und Günter Krügers ausführliche James Last Fanseite:

www.jameslastfan.de